Informationen zum Gesangsunterricht in Corona-Zeiten

Hier finden Sie eine Stellungnahme des Bundesverbandes Deutscher Gesangspädagogen zum Gesangsunterricht in Zeiten der Corona-Pandemie. Bitte beachten Sie auch die fortwährend aktualisierten Risikobewertungen und Studien verschiedener renommierter Institutionen.


Beurteilungen der Situation und Studien von renommierten Institutionen


Stellungnahme des BDG zum Thema: Singen und Gesangsunterricht in Zeiten von Corona

 

Stand 27.06.2021: 

Die in den letzten Wochen und Monaten umgesetzten Maßnahmen (z.B. verstärkte Testungen, Kontaktbeschränkungen im Rahmen der sog. Bundesnotbremse, Einhaltung der bekannten Hygienemaßnahmen, beschleunigte Impfungen für pädagogisches Personal an Schulen) zeigen mittlerweile ihre Wirkung. Das umsichtige Verhalten der Gesangslehrer:innen, unserer Schülerinnen und Schüler, die Disziplin im pädagogischen Alltag bei der Umsetzung von Hygienekonzepten, sowie die Geduld des größten Teils von uns allen haben dazu sicher auch einen Beitrag geleistet.

Kontinuierlich steigende Quoten bei der Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus sind ermutigende Anzeichen einer baldigen Bewältigung der Corona-Pandemie. Die Schutzimpfungen stellen laut anerkannter Expert:innenmeinungen die beste Möglichkeit dar, sich und andere vor dieser Infektionskrankheit zu schützen, und damit möglichst zeitnah zu einem normalen (Unterrichts-)Alltag zurückkehren zu können. Aktuelle Modellierungen unter Berücksichtigung der neuen Virusmutationen zeigen, dass in Deutschland ca. 80 – 85 Prozent der Menschen geimpft sein müssen, um eine schützende Herdenimmunität zu erreichen. Anders ausgedrückt: In Deutschland müssten etwa 70 Millionen Menschen immun sein (d.h. geimpft oder genesen).

Nach Einschätzung der zuständigen Gesundheitspolitiker sowie der Impfstoff-produzierenden pharmazeutischen Unternehmen werden sich die Zugangsmöglichkeiten zu den Vakzinen im Verlaufe des Sommers weiter verbessern. Der BDG empfiehlt seinen Mitgliedern daher, nach individueller Risikoabwägung im ärztlichen Beratungs- und Aufklärungsgespräch, die sich zunehmend ergebenen Impfmöglichkeiten zu nutzen. Alle wichtigen Informationen zum Thema „COVID-19 und Impfen“ stehen unter

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/COVID-19.html;jsessionid=D35641E4B45D20B35A138CCDC4B0B818.internet111

zum Abruf bereit.

Da die Impfungen alleine höchstwahrscheinlich nicht reichen werden, um steigende Fallzahlen im Herbst zu vermeiden, spricht sich der BDG vorerst weiterhin für das Beibehalten aller in unseren vorherigen Statements aufgeführten Maßnahmen zur Reduktion des Infektionsrisikos aus. Testen, Abstand und Masken in geschlossenen Räumen sind nur kleine Einschränkungen, gemessen an den Auswirkungen einer potentiellen vierten Welle…

Wir sind optimistisch, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Impfungen und unser aller adäquates Verhalten weiter positiv entwickeln wird, und wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer.

MS, JP, PC im Namen des BDG Vorstands


Stand 18.04.2021:

Obwohl wir schon seit über einem Jahr mit dem Corona-Virus leben, sind viele Fragen zum Thema „Corona und Singen“ auch wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Aktuelle Studien bestätigen höhere Emissionsraten von Aerosolen beim Singen im Vergleich zum Sprechen, wobei eine starke individuelle Variabilität besteht. Des Weiteren wurde eine positive Korrelation der Partikelemission mit der stimmlichen Lautstärke bestätigt. Die Gefahren erhöhter Ansteckungsfähigkeit und schwererer Krankheitsverläufe der aufgetretenen SARS-CoV-2 Virusmutationen verstärken das gesundheitliche Risiko bei der Durchführung eines Präsenzunterrichts. Die Möglichkeit, andere zu infizieren, bleibt auch bei bereits geimpften Personen bestehen. Der BDG kann daher nach wie vor keine abgesicherten Empfehlungen für Gesang in Präsenzform geben.

Wir plädieren dafür, im Falle von Präsenzunterricht weiterhin alle bekannten Maßnahmen anzuwenden, die das Infektionsrisiko minimieren (z.B. regelmäßige Hände-Desinfektion, Abstandsgebot, kurze Proben- und Unterrichtsdauer, Begrenzung der Anzahl von Singenden, hochfrequentes Lüften, Nutzung von großen Räumen, Plexiglas-Trennwänden, CO2-Ampeln, vorgeschriebenen Masken). Wir empfehlen sowohl den Lehrenden als auch SchülerInnen zudem dringend, die angebotenen Testmöglichkeiten regelmäßig wahrzunehmen.

Zu Präsenzunterricht sollten nach wie vor insbesondere Angehörige von Risikogruppen weder verpflichtet noch gezwungen werden. Die in aktuellen Studien gemessenen geringeren Aerosolemissionen für Kinder- und Jugendstimmen im Vergleich zu Erwachsenen geben Mut zur Hoffnung, spezifischere Risikomanagement-Strategien für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, um der Bedeutung des Singens für deren Bildung und sozio-emotionale Entwicklung gerecht zu werden.

Der BDG wünscht Ihnen gute Gesundheit, Mut und Durchhaltevermögen!

MS, JP, PC im Namen des BDG Vorstands


Stand 21.06.2020: Wir halten die wissenschaftliche Evidenzlage nach wie vor nicht für ausreichend genug, um sichere Empfehlungen zur Rückkehr in den „Regelbetrieb“ geben zu können. Dementsprechend bleibt unsere Stellungnahme vom 26.04.2020 unverändert gültig. Trotz zunehmend propagierter Lockerungen (regional unterschiedlicher Ausmaße) plädieren wir dafür, im Falle von Präsenzunterricht weiterhin zumindest Maßnahmen anzuwenden, die das Infektionsrisiko minimieren (z.B. Abstandsgebot, kurze Proben- und Unterrichtsdauer, hochfrequentes Lüften, Einsatz von Plexiglas-Trennwänden, vorgeschriebene Masken). Zu Präsenzunterricht sollten nach wie vor insbesondere Angehörige von Risikogruppen weder verpflichtet noch gezwungen werden. Bleiben Sie vernünftig und bleiben Sie gesund!


Stellungnahme vom 26.04.2020

Die COVID-19-Pandemie ist im Gange, und die damit einhergehenden individuellen und gesamt­gesellschaftlichen Einschränkungen im täglichen Leben werden wahrscheinlich noch Monate anhalten. Diese nie dagewesene und in diesem Ausmaß unerwartete Krisensituation trifft uns vielfältig auf privater und beruflicher, wirtschaftlicher wie kultureller Ebene.

Für Gesangsunterrichtende wirft der Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie insbesondere hinsichtlich des Unterrichtens viele Fragen auf, die oft individueller, eingehender Bewertung bedürfen. Abgesicherte, allgemeingültige Unterrichtsempfehlungen kann der BDG aus pädagogischer, berufsrechtlicher und medizinischer Sicht derzeit nicht aussprechen, da noch keine wissenschaftlich untermauerten Erkenntnisse zur Übertragung des Corona-Virus bei Sängerinnen und Sängern existieren, aus denen das konkrete Risiko einer Infektionsausbreitung im Rahmen des Gesangsunterrichts abgeleitet werden kann.

Der BDG befürwortet eine sorgfältig bedachte, vorsichtige und möglichst niemanden gefährdende, eigenverantwortliche Entscheidung nach individueller Risikoabwägung, unter obligatorischer Einhaltung der allgemeingültigen Hygiene- und Verhaltensregeln. Insbesondere wenn räumlich und organisatorisch eingeschränkte Voraussetzungen bestehen, erscheint es ratsam, digitalen Unterricht anzubieten und der Präsenz-Lehre zur Gesunderhaltung von Unterrichtenden wie Unterrichteten vorzuziehen. Orientierung zur weiteren Risikominimierung können die oben angeführten Stellungnahmen der Stimmexperten verschiedener renommierter Institute geben.

MS, JP, PC im Namen des BDG Vorstands

 


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